Warten bis der Arzt Ja sagt? Erst zum Hausarzt, dann zur Psychotherapie?
Wir sagen Nein!
Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD sieht vor, dass ein verpflichtendes Primärarztsystem das bisherige System der freien Arztwahl ersetzen soll. Künftig müssen gesetzlich Versicherte zuerst ihren Haus- oder Kinderarzt aufsuchen, bevor sie zum Facharzt gehen können. Ausnahmen bilden nur die Besuche bei Fachärzten für Augenheilkunde und Gynäkologie.
Wer uns nach Einführung dieses Primärarztsystems aufsuchen will, muss zunächst zum Haus- oder Kinderarzt gehen.
"Zu einer möglichst zielgerichteten Versorgung der Patientinnen und Patienten und für eine schnellere Terminvergabe setzen wir auf ein verbindliches Primärarztsystem bei freier Arztwahl durch Haus- und Kinderärzte in der Hausarztzentrierten Versorgung und im Kollektivvertrag. Ausnahmen gelten bei der Augenheilkunde und der Gynäkologie."
Zu finden im Koalitionsvertrag auf S. 106 unter Nummer 3379.
Wir kritisieren diese Pläne auf das Schärfste: „Der freie Zugang zur Psychotherapie muss jedoch erhalten bleiben. Jeder, der Hilfe bei uns sucht, sollte dies auch ohne Zustimmung des Haus- oder Kinderarztes tun können.“
Uns ist unverständlich, dass Augenärzte und Gynäkologen sofort aufgesucht werden können, Psychotherapeuten aber nicht. Die Gründe, eine Psychotherapie aufzusuchen, sind zu persönlich und müssen niemand Dritten mitgeteilt werden – und erst recht nicht von einem Arzt geprüft werden.